Kurz gesagt
- Die Immobilienpreise, die der Kanton Zürich veröffentlicht, stammen aus abgeschlossenen Verkäufen und sind beim Grundbuchamt registriert. Das ist etwas anderes als ein Inseratspreis.
- Der Kanton nennt für 2025 im Mittel 1,2 Millionen Franken für Stockwerkeigentum, auf der Fachseite «Eigentumswohnung» genannt; Einfamilienhäuser kosten laut derselben Quelle heute im Mittel 1,6 Millionen Franken. Beide Werte gelten für den ganzen Kanton.
- Wo das Grundbuchamt weniger als 15 Verkäufe registriert hat, steht in der Tabelle gar kein Preis. Für kleinere Gemeinden im Zürcher Oberland kommt das häufiger vor als eine Preisangabe.
- Der mittlere Preis beschreibt, welche Objekte im Kanton Zürich gehandelt wurden, und nicht den Wert Ihrer Liegenschaft.
Immobilienpreise Zürich: Sie tippen die beiden Wörter ein, und Sekunden später steht ein Quadratmeterpreis auf dem Bildschirm. Was niemand dazuschreibt, ist die Frage, worauf sich diese Zahl bezieht. Auf die Stadt oder auf den Kanton? Auf Inserate oder auf beurkundete Verkäufe?
Das ist keine Spitzfindigkeit. Wenn jemand mit einer Zahl aus dem Internet bei mir am Tisch sitzt und diese Zahl für die Stadt Zürich gilt, während die Liegenschaft in Hinwil oder Wetzikon steht, dann vergleichen wir zwei verschiedene Gebietsebenen. Wie weit die auseinanderliegen können, zeigt weiter unten eine Tabelle mit sechs Gebietsebenen aus derselben Erhebung. Das Gespräch danach ist selten ein angenehmes.
Dieser Artikel erklärt deshalb nicht, was Ihre Liegenschaft kostet. Er erklärt, welche Zahlen es überhaupt gibt, was sie messen und wo sie schweigen.
Woher die Zahlen zu den Immobilienpreisen in Zürich stammen
Im Umlauf sind mindestens fünf verschiedene Arten von Zahlen, und nicht alle davon sind Immobilienpreise im engeren Sinn. Diese Übersicht hilft beim Einordnen:
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie nicht misst | Herausgeber |
|---|---|---|---|
| Freihandverkäufe inklusive Medianpreisen | Preise abgeschlossener Verkäufe, wie sie beim Grundbuchamt registriert wurden | den Wert einer einzelnen Liegenschaft | Amt für Statistik und Daten, Kanton Zürich |
| Baulandpreis-Modell | Modellpreis für unbebautes Land der Wohn- und Mischzone, als Median je Gemeinde | den Wert eines Hauses samt Umschwung | Amt für Statistik und Daten, Kanton Zürich |
| Leerwohnungsziffer | Wohnungen, die am Stichtag zur Miete oder zum Kauf angeboten werden | wie schnell sich eine Liegenschaft verkaufen lässt | Amt für Statistik und Daten, Kanton Zürich |
| Angebotspreise auf Onlineportalen | was Verkäuferinnen und Verkäufer verlangen | was am Ende beurkundet wird | jeweiliger Portalbetreiber |
| Preisindizes von Banken und Beratungshäusern | die Preisentwicklung über die Zeit | den Preis einer konkreten Liegenschaft heute | jeweiliger Herausgeber, mit eigenem Stand-Datum |
Die amtliche Grundlage im Kanton Zürich ist die erste Zeile. Das Amt für Statistik und Daten wertet die Freihandverkäufe aus und schreibt dazu, woher die Werte stammen: «Datengrundlage sind die auf dem Grundbuchamt registrierten Preise, unabhängig von der Grösse der gehandelten Immobilie.» Der Nebensatz ist wichtiger, als er aussieht. Ich komme gleich darauf zurück.
Bleibt die Verwechslung, die bei Zürich besonders nahe liegt: Stadt und Kanton sind nicht dasselbe. Im Bezirk Zürich wurden 2025 laut Datensatz 690 Stockwerkeigentumseinheiten freihändig verkauft, im ganzen Kanton 4’678. Der Bezirk Zürich, der hier deckungsgleich mit der Gemeinde Zürich ist, macht also einen kleinen Ausschnitt des Kantons aus, und seine Werte liegen deutlich über den kantonalen. Wer im Zürcher Oberland eine Liegenschaft besitzt, rechnet mit einer Stadtzahl an sich selbst vorbei.
Wenn Sie eine Zahl fürs Stadtgebiet brauchen, führt Statistik Stadt Zürich eine eigene Erhebung zum Liegenschaftenmarkt. Achten Sie dort auf den Begriff: Der Kanton nennt für die Stadt Zürich jährlich «zwischen 500 und 700 Handänderungen von Eigentumswohnungen», und eine Handänderung ist etwas anderes als ein Freihandverkauf. Sie umfasst jeden Eigentumsübergang, Erbgänge und Schenkungen eingeschlossen. Ein Freihandverkauf ist nur das frei ausgehandelte Geschäft.
Wie hoch sind die Immobilienpreise im Kanton Zürich?
Der Kanton Zürich weist für 2025 einen Medianpreis von 1’200’000 Franken für Stockwerkeigentum aus und 1’590’000 Franken für Einfamilienhäuser. Grundlage sind die beim Grundbuchamt registrierten Preise, also abgeschlossene Verkäufe. Es sind Kantonswerte und keine Werte für Ihre Gemeinde: Im Bezirk Hinwil liegen beide tiefer.
Warum der mittlere Immobilienpreis nicht der Preis Ihrer Liegenschaft ist
Zuerst ein Wort zum Begriff. Der Datensatz des Kantons weist Medianpreise aus. Median heisst: Die eine Hälfte der registrierten Verkäufe lag darüber, die andere darunter. Ein Durchschnitt ist das nicht. Auf der Fachseite steht dafür «im Mittel», gemeint ist derselbe Wert.
Jetzt zum Nebensatz von vorhin: «unabhängig von der Grösse der gehandelten Immobilie». Der mittlere Preis wird nicht um Grösse, Zustand oder Lage bereinigt. Er beschreibt schlicht, welche Objekte in einem Jahr den Eigentümer gewechselt haben.
Das hat eine Konsequenz, die man der Zahl nicht ansieht. Werden in einem Jahr überdurchschnittlich viele grosse Häuser verkauft, steigt der mittlere Preis — auch wenn keine einzige Liegenschaft im Kanton teurer geworden ist. Die Zahl misst den Objektmix mit. Sie ist ein Marktbild, kein Preisschild.
Dazu kommen drei Einschränkungen, die in den Fussnoten der amtlichen Datensätze stehen:
Erstens die Schwelle von 15 Verkäufen. Der Kanton schreibt: «Aus datenschutzrechtlichen und statistischen Gründen weist die Tabelle keinen Preis aus, wenn das Grundbuchamt weniger als 15 Verkäufe registriert hat.» Für kleine Gemeinden bleibt das Feld in der Tabelle schlicht leer.
Zweitens die Provisorik. In den Bemerkungen des Datensatzes steht: «Die Zahlen der letzten drei Jahre sind provisorisch.» Sie werden rückwirkend angepasst. Deshalb rechne ich in diesem Artikel keine Jahresdifferenzen aus den letzten Jahrgängen aus. Das wäre Rechnen auf beweglichem Grund.
Drittens die Verwechslung von Bodenwert und Liegenschaftswert. Das kantonale Baulandpreis-Modell nennt einen Medianpreis für unbebautes Land der Wohn- und Mischzone, je Gemeinde. Wer diesen Wert mit seiner Parzellenfläche multipliziert, erhält eine Zahl, die nichts bedeutet. Das Haus, das darauf steht, kommt in diesem Modell nämlich gar nicht vor. Wir haben separat aufgeschrieben, wie ein Landwert überhaupt zustande kommt.
Was das Amt selbst über einen längeren Zeitraum publiziert, ist dagegen zitierfähig: Der Kanton Zürich beziffert den Anstieg der letzten zehn Jahre auf 45 Prozent bei Einfamilienhäusern und auf mehr als 35 Prozent beim Stockwerkeigentum. Diese Angabe steht auf der Fachseite ohne Basisjahr und ohne Stand-Datum. Wir geben sie deshalb genau so wieder, wie das Amt sie publiziert, und rechnen nichts daran weiter.
Zwischenfazit: Die amtlichen Immobilienpreise des Kantons Zürich sind verlässlich und öffentlich zugänglich. Sie beantworten nur eine andere Frage als die, die Sie stellen. Sie beschreiben einen Markt. Ihre Liegenschaft kommt darin als eine Zeile unter tausenden vor.
Was die Zahlen im Zürcher Oberland zeigen — und wo sie aufhören
Genau hier wird es für unsere Region konkret. Immobilienpreise weist der Kanton nämlich auch für kleinere Gebietseinheiten aus. Dieselbe Erhebung, derselbe Jahrgang, sechs Gebietsebenen:
| Gebietsebene, Datenjahr 2025 | Einfamilienhäuser: Verkäufe / Medianpreis | Stockwerkeigentum: Verkäufe / Medianpreis |
|---|---|---|
| Kanton Zürich | 2’248 / 1’590’000 Fr. | 4’678 / 1’200’000 Fr. |
| Bezirk Zürich | 99 / 2’880’000 Fr. | 690 / 1’745’000 Fr. |
| Bezirk Uster | 246 / 1’750’000 Fr. | 534 / 1’075’500 Fr. |
| Bezirk Pfäffikon | 149 / 1’430’000 Fr. | 286 / 1’025’000 Fr. |
| Raumplanungsregion Zürcher Oberland | 385 / 1’400’000 Fr. | 621 / 980’000 Fr. |
| Bezirk Hinwil | 213 / 1’250’000 Fr. | 323 / 950’000 Fr. |
Quelle: Amt für Statistik und Daten, Kanton Zürich, Freihandverkäufe von Immobilien inkl. Medianpreisen seit 2007, Blatt Jahr_2025. Datenstand 2025/Q4, Gebietsstand 1.1.2026, aktualisiert am 09.04.2026, abgerufen am 25.08.2026. Die Zahlen der letzten drei Jahre sind provisorisch.
Zwei Hinweise zum Lesen dieser Tabelle. Erfasst sind ausschliesslich Freihandverkäufe, also frei ausgehandelte Geschäfte. Erbgänge, Schenkungen und Zwangsverwertungen kommen darin nicht vor. Und die Ebene steht nicht zur Dekoration da: Im Datensatz existiert «Zürich» dreimal, als Kanton, als Bezirk und als Gemeinde. Wer die Ebene nicht mitliest, vergleicht Äpfel mit Birnen. Und noch eine Kleinigkeit, damit Sie sich nicht wundern: Die Fachseite des Kantons rundet auf 1,6 Millionen, der Datensatz selbst weist 1’590’000 Franken aus. Dieselbe Zahl, zwei Genauigkeiten.
Der Bezirk Zürich liegt bei Einfamilienhäusern bei 2’880’000 Franken, der Bezirk Hinwil bei 1’250’000. Dieselbe Erhebung, dasselbe Jahr. Für die Raumplanungsregion Zürcher Oberland, die der Kanton als eigene Ebene führt, stehen 1’400’000 Franken bei Einfamilienhäusern und 980’000 beim Stockwerkeigentum. Der Vergleich zwischen Ebenen im gleichen Jahr ist zulässig; der Vergleich zwischen Jahrgängen wegen der Provisorik nicht. Und addieren oder mitteln lassen sich Mediane ohnehin nicht.
Wer den Kantonswert unbesehen auf sein Haus im Bezirk Hinwil überträgt, liegt der Tendenz nach zu hoch. Für das einzelne Objekt sagt der Median ohnehin nichts: Ein grosses, frisch saniertes Haus in Hinwil kann durchaus darüber liegen, ein sanierungsbedürftiges deutlich darunter. Die Tabelle zeigt Ihnen die Richtung. Den Punkt müssen Sie am Objekt suchen. Und ein zu hoch angesetzter Preis verlängert die Vermarktungsdauer unnötig. Das ist selten der Satz, den jemand hören möchte. Wir sagen ihn trotzdem.
Eine Beobachtung dazu, und das ist eine Einschätzung, keine Statistik: Käuferinnen und Käufer, die aus der Stadt ins Oberland schauen, fragen zuerst nach der Fahrzeit und nicht nach der Distanz. Danach nach dem Heizsystem, nach Schulen und Kindergärten und danach, wie viel Arbeit der Umschwung macht. Auf diese Fragen bereitet man eine Liegenschaft anders vor als auf eine Käuferschaft aus der Nachbargemeinde, welche die Gegend ohnehin kennt.
Noch deutlicher wird die Grenze der Statistik bei den kleineren Gemeinden. Zwei Beispiele aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft:
- In Seegräben, wo unser Büro steht, weist der Kanton für die Jahrgänge 2020 bis 2025 in keinem einzigen Jahr einen Medianpreis aus. 2025 waren es vier Einfamilienhaus- und fünf Stockwerkeigentumsverkäufe. Weit unter der Schwelle.
- In Greifensee dasselbe Bild: sechs Jahre ohne Preisangabe. 2025 registrierte das Grundbuchamt hier drei Einfamilienhaus- und vierzehn Stockwerkeigentumsverkäufe. Vierzehn. Bei einer Schwelle von fünfzehn.
Ein einziger Verkauf mehr, und die Gemeinde hätte einen publizierten Wert für Stockwerkeigentum gehabt. Bei den Einfamilienhäusern fehlt mit drei Fällen ohnehin viel mehr als einer. Warum das so ist und wie sich ohne Gemeindemedian trotzdem ein Rahmen bilden lässt, zeigen wir am Beispiel Greifensee: was das für Greifensee konkret heisst.
Das sagt weniger über Greifensee als über die Statistik: Sie ist auf Gemeindeebene für viele Orte im Zürcher Oberland schlicht nicht vorhanden. Wenn Ihnen jemand trotzdem einen Gemeindepreis für Seegräben präsentiert, stammt er aus einem Modell. Das Grundbuch gibt ihn nicht her.
Ein Beispiel, wie wir dann vorgehen. Eine Eigentümerin in Seegräben möchte wissen, was ihr Haus wert ist, und sucht den Preis für ihre Gemeinde. Sie findet sechs Jahrgänge mit leeren Feldern. Wir gehen eine Ebene höher, auf die Raumplanungsregion Zürcher Oberland und auf den Bezirk Hinwil, und legen daneben, was uns an vergleichbaren Objekten in dieser Gegend tatsächlich begegnet ist.
Am Ende steht kein Punktwert, sondern ein Rahmen, und dazu die Begründung, warum er dort liegt. Mit dem Rahmen lässt sich ein Angebotspreis festlegen. Mit einem leeren Tabellenfeld nicht.
Eine zweite Zahl, die oft missverstanden wird, ist die Leerwohnungsziffer. Am Stichtag 1. Juni 2026 lag sie im Kanton Zürich bei 0,52 Prozent, was 4’189 Wohnungen entspricht; in der Raumplanungsregion Zürcher Oberland bei 0,95 Prozent, im Bezirk Hinwil bei 0,93 Prozent. Gezählt wird dabei nur, was am Stichtag zur Miete oder zum Kauf angeboten wird, und Miet- und Kaufangebote stehen in derselben Zahl. Sie beschreibt also, wie knapp das Angebot an einem Stichtag war. Über die Dauer eines Verkaufs oder über Preise sagt sie nichts, und der Kanton hält fest, dass die Gemeinden mit unterschiedlichen Methoden erheben. Ein Ranking daraus zu bauen, wäre Unfug. Für die Region lässt sich immerhin sagen: Im Zürcher Oberland stand am Stichtag ein spürbar grösserer Teil des Wohnungsbestands zur Vermietung oder zum Verkauf offen als im Kantonsmittel.
Zwischenfazit: Für die Immobilienpreise im Zürcher Oberland führt der Kanton eine eigene Regionszeile, und auch die Bezirkswerte sind belastbar. Auf Gemeindeebene fehlen die Preise dagegen häufig ganz. Wie Sie das für Ihre eigene Zahl prüfen, steht gleich in fünf Fragen. Wer hier seriös einordnen will, arbeitet mit der Bezirksebene und mit den Objekten, die er selbst gesehen hat.
Fünf Angaben, bevor eine Marktzahl für Sie etwas wert ist
Bevor Sie einen Immobilienpreis aus einer Statistik auf Ihre Liegenschaft anwenden, klären Sie diese fünf Punkte. Es dauert zwei Minuten und erspart Ihnen möglicherweise eine falsche Erwartung.
| Frage | Warum sie zählt | Wo Sie die Antwort finden |
|---|---|---|
| Welche Gebietsebene? | Gemeinde, Bezirk und Kanton liegen weit auseinander | Titel oder Fussnote der Tabelle |
| Welches Datenjahr, welcher Datenstand? | Der aktuelle Jahrgang ist provisorisch | Bemerkungen des Datensatzes |
| Welcher Objekttyp? | Einfamilienhaus, Stockwerkeigentum und Mehrfamilienhaus haben eigene Werte | Spaltenüberschrift |
| Abschluss oder Angebot? | Beurkundeter Preis oder Wunschpreis im Inserat sind zwei verschiedene Dinge | Herausgeber der Zahl |
| Wie viele Fälle stecken dahinter? | Unter 15 Verkäufen weist der Kanton gar keinen Preis aus | Anzahl-Spalte derselben Tabelle |
Die Werte für Ihre eigene Gemeinde finden Sie in derselben Erhebung. Der Kanton stellt sie auf seiner Fachseite zu den Immobilienpreisen zum Herunterladen bereit: «Freihandverkäufe von Immobilien inkl. Medianpreisen seit 2007», mit einem eigenen Blatt je Jahrgang. Jedes Blatt führt eine Zeile pro Gemeinde, pro Bezirk und pro Raumplanungsregion. Lesen Sie zuerst die Anzahl-Spalte. Steht dort eine Zahl unter 15, bleibt das Preisfeld daneben leer, und Sie brauchen die nächsthöhere Ebene.
Zwischenfazit: Sind diese fünf Punkte geklärt, lässt sich mit einer Marktzahl arbeiten. Was danach noch fehlt, ist der Weg von der Gebietszahl zu Ihrem eigenen Objekt.
Bleibt danach die Frage, was das für Ihre Liegenschaft bedeutet. Die beantwortet keine Tabelle.
Vom Bezirkswert zu Ihrem Objekt
Fünf Merkmale ziehen den Wert Ihrer Liegenschaft gegenüber dem Bezirkswert nach oben oder nach unten, ohne dass eine Statistik davon weiss:
- Baujahr und Sanierungsstand. Ein Haus mit neuer Heizung, neuen Fenstern und saniertem Bad steht anders da als eines, bei dem all das noch bevorsteht.
- Parzellengrösse und Umschwung. Zwei Häuser mit gleicher Nettowohnfläche, aber 400 gegen 900 Quadratmeter Land, sind nicht dasselbe Objekt.
- Lage innerhalb der Gemeinde. Hanglage, Aussicht und Besonnung auf der einen Seite, Lärm und Verkehr auf der anderen.
- Anbindung. Öffentlicher Verkehr, Autobahn, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten.
- Einträge im Grundbuch. Wegrechte, eine Nutzniessung, ein Baurecht. Solche Einträge verschieben den Wert, und in keinem Modell tauchen sie auf.
Prozentzuschläge nennen wir dafür keine. Wer Ihnen sagt, eine neue Küche bringe X Prozent, hat die Käuferschaft nicht gefragt.
Und weil danach fast immer gefragt wird: Einen Quadratmeterpreis finden Sie in diesem Artikel nicht. Der kantonale Datensatz führt zwar eine solche Spalte, aber sie bezieht sich laut Bemerkung (7) auf die Grundstücksfläche und nicht auf die Wohnfläche der Gebäude. Wer sie als Wohnflächenpreis liest, rechnet an einem Haus mit grosser Parzelle vorbei und an einer Wohnung ohne Land erst recht. Die Gebietsebene plus die fünf Merkmale oben tragen weiter als jeder Quadratmeterwert. Für eine erste Orientierung nutzen Sie das kostenlose Online-Bewertungstool auf unserer Website. Betrachten Sie den Onlinewert als Ausgangspunkt für das Gespräch und nicht als Angebotspreis.
Sie überlegen zu verkaufen? Der erste Schritt ist eine realistische Einordnung, unverbindlich und ohne Verpflichtung. Erstgespräch mit Marktanalyse vereinbaren
Womit wir bei den Unterlagen sind. Nützlich sind Grundbuchauszug, Situations- oder Katasterplan, Grundrisse, Angaben zu Wohnfläche und Baujahr sowie Nachweise über Sanierungen und grössere Unterhaltsarbeiten. Wenn Ihnen Unterlagen fehlen, ist das kein Hindernis für ein erstes Gespräch. Ausführlicher steht das hier: welche Unterlagen Sie zusammensuchen sollten. Welche Methoden hinter einer Bewertung stehen und wann welche passt, haben wir hier beschrieben: wie eine Bewertung methodisch aufgebaut ist.
Vermietete Liegenschaft und Stockwerkeigentum: was den Preis zusätzlich verschiebt
Bei zwei Objektarten reicht die Marktstatistik besonders wenig weit, und beide gehören zu unserem Einzugsgebiet, der Region Zürcher Oberland und dem Glattal.
Vermietete Liegenschaften
Wer eine vermietete Liegenschaft kauft, kauft die bestehenden Mietverhältnisse mit. In der Schweiz gilt: Kauf bricht Miete nicht, geregelt in Art. 261 des Obligationenrechts. Die Käuferschaft schaut deshalb zuerst auf die Mietzinsaufstellung, die laufenden Verträge und den Unterhaltsstand. Erst danach auf den Preis. Zwei Liegenschaften mit identischer Fläche in derselben Strasse können hier weit auseinanderliegen. Weil wir selbst Mietliegenschaften bewirtschaften, kennen wir diese Unterlagen und die Fragen, die daran hängen.
Stockwerkeigentum
Hier entscheidet mit, was in den Unterlagen der Gemeinschaft steht: Begründungsakt, Reglement, die Protokolle der letzten Versammlungen, der Stand des Erneuerungsfonds und geplante Sanierungen. Eine anstehende Fassadensanierung, die noch nicht ausfinanziert ist, verhandelt jede Käuferin in den Preis hinein. Weil wir selbst Stockwerkeigentum verwalten, wissen wir, worauf es in diesen Unterlagen ankommt. Die rechtliche Grundlage dazu steht in Art. 712a ff. des Zivilgesetzbuchs.
Verkauf, Bewirtschaftung von Mietliegenschaften und Stockwerkeigentumsverwaltung erhalten Sie bei uns aus einer Hand. Das ist der Grund, weshalb wir diese beiden Objektarten anders lesen als eine reine Verkaufsvermittlung.
Bleibt eine Grösse, die viele erst ganz am Schluss auf dem Radar haben.
Vom Verkaufspreis zum Erlös: die Grundstückgewinnsteuer im Kanton Zürich
Der Verkaufspreis ist noch nicht das, was am Ende bei Ihnen ankommt. Auf den Gewinn aus einem Grundstückverkauf fällt im Kanton Zürich die Grundstückgewinnsteuer an. Das kantonale Steueramt hält fest: «Im Kanton Zürich erfolgt die Besteuerung der Grundstückgewinne durch die Gemeinden.» Besteuert wird einmalig im Zeitpunkt der Handänderung, und die Besitzesdauer beeinflusst die Höhe.
Eine Zürcher Besonderheit, die im Vergleich mit anderen Kantonen auffällt: Eine Handänderungssteuer kennt der Kanton Zürich nicht mehr, sie wurde per 1. Januar 2005 abgeschafft. Geblieben sind die Beurkundungsgebühren des Notariats und die Handänderungsgebühren des Grundbuchamts. Andere Kantone handhaben das anders.
Wir nennen Ihnen keine Prozentsätze und keine Beträge, weil das nicht unsere Aufgabe ist. Wie die Steuer im Kanton Zürich aufgebaut ist und welche Rolle die Besitzesdauer spielt, haben wir hier ausführlicher beschrieben: wie die Grundstückgewinnsteuer im Kanton Zürich funktioniert. Zuständig für Ihren Fall sind die Steuerabteilung Ihrer Gemeinde, das kantonale Steueramt und Ihre Treuhandstelle. Wenn für Ihr Anliegen eine Fachperson ausserhalb unseres Angebots nötig ist, sagen wir Ihnen das offen.
Zwischenfazit: Zwischen dem mittleren Preis einer Statistik und dem Betrag auf Ihrem Konto liegen der Zustand Ihrer Liegenschaft, die Unterlagen und die Steuer Ihrer Gemeinde. Genau diese Strecke besprechen wir im Erstgespräch.
Häufige Fragen
Welche Zahlen zu Immobilienpreisen in Zürich sind amtlich und welche nicht?
Amtlich ist die Auswertung der Freihandverkäufe durch das Amt für Statistik und Daten des Kantons Zürich; die Preise stammen aus den Registrierungen der Grundbuchämter. Nicht amtlich sind Angebotspreise von Onlineportalen und Preisindizes von Banken und Beratungshäusern. Nur die erste Gruppe zeigt abgeschlossene Verkäufe, die beiden anderen zeigen Absichten.
Warum weicht der Wert aus dem Online-Rechner von meinem späteren Verkaufspreis ab?
Weil ein Rechner mit statistischen Merkmalen arbeitet. Er kennt weder den Zustand Ihrer Küche noch die Aussicht von Ihrem Balkon oder besondere Belastungen im Grundbuch. Betrachten Sie den Onlinewert als Ausgangspunkt für das Gespräch und nicht als Angebotspreis.
Warum finde ich für meine Gemeinde keinen Immobilienpreis?
Weil zu wenige Verkäufe registriert wurden. Der Kanton Zürich weist keinen Preis aus, wenn das Grundbuchamt weniger als 15 Verkäufe registriert hat. Für Gemeinden wie Seegräben oder Greifensee ist das seit Jahren durchgehend der Fall. In diesen Fällen arbeitet man mit der Bezirksebene und mit Objektvergleichen.
Wie aktuell sind die kantonalen Marktdaten zu Immobilienpreisen?
Der aktuellste publizierte Jahrgang ist 2025, mit Datenstand 2025/Q4 und Gebietsstand 1. Januar 2026. Die Zahlen der letzten drei Jahre sind laut Datensatz provisorisch und werden rückwirkend angepasst. Für eine Momentaufnahme reicht das gut; für Trendaussagen über wenige Jahre nicht.
Ändert sich der Wert meiner Liegenschaft, wenn sie vermietet ist?
Die Ausgangslage ändert sich. Die Käuferschaft übernimmt die laufenden Mietverhältnisse, weil in der Schweiz Kauf Miete nicht bricht (Art. 261 OR). Mietzinsaufstellung, Vertragslaufzeiten und Unterhaltsstand werden damit zu Preisfaktoren. Eine pauschale Auf- oder Abwertung lässt sich daraus nicht ableiten; das bleibt eine Einzelfallbetrachtung.
Über die Autorin
Susann Homberger ist Geschäftsinhaberin der SH Immo GmbH in Aathal-Seegräben (Handelsregister des Kantons Zürich, UID CHE-455.115.896). Sie ist eidg. dipl. Immobilienvermarkterin und war 15 Jahre in der Immobilienbranche tätig, bevor sie 2022 ihr eigenes Unternehmen gründete. Sie begleitet Eigentümerinnen und Eigentümer im Zürcher Oberland, im Glattal und in der Agglomeration Zürich persönlich, beim Verkauf ebenso wie bei der Bewirtschaftung von Mietliegenschaften und der Verwaltung von Stockwerkeigentum.
Stand der amtlichen Zahlen in diesem Artikel: 25. August 2026. Die Datensätze des Kantons Zürich werden laufend fortgeschrieben.
Was ist Ihre Liegenschaft heute wert? Die amtlichen Immobilienpreise des Kantons Zürich helfen Ihnen dabei nur bis zu einem gewissen Punkt. Für Seegräben und Greifensee weist der Kanton keinen Gemeindepreis aus. Wir ordnen Ihre Liegenschaft trotzdem ein: über die Bezirksebene und über die Objekte, die wir in dieser Region selbst gesehen haben. Für eine erste Orientierung nutzen Sie das kostenlose Online-Bewertungstool auf unserer Website. Den Wert, mit dem sich seriös in einen Verkauf starten lässt, bekommen Sie aber erst im persönlichen Gespräch, im unverbindlichen Erstgespräch mit Marktanalyse. Rufen Sie an: 043 541 30 70, via WhatsApp an 077 408 76 45 oder per E-Mail an info@sh-immo.gmbh. Unser Büro: Grossweid 37, 8607 Aathal-Seegräben.
Auf Google bewerten uns 24 Kundinnen und Kunden mit 5,0 von 5,0 (Stand: August 2026).
